Creatures Retrieve the personal World.
Was Tala Cruz Magellan bisher erlebt hat...
01.01.2100: Meine Hündin schlief bei mir und tröstete mich, nachdem ich mich gestern in den Schlaf geweint hatte. Die Sonne blinzelt durch die Bäume in unsere Hütte. Sie weckte mich auf und wir machten unseren Morgenspaziergang. Dabei kontrollierten wir unseren Garten und die kleinen, aber für uns ausreichenden eigenen Felder.
Wieder zurück gab es Frühstück. Meine Hündin bekam eine große Portion Reis. Für mich gab es selbstgemachte Reispfannkuchen und Erdbeeren aus dem Garten, die ich natürlich mit ihr teilte. Meine Mutter war bereits unterwegs und hinterließ uns eine kurze Nachricht auf dem Tisch.
Die Sonne spiegelte sich mittlerweile im Teich, das Wasser war warm und ich schwamm ein paar Runden. Aber die Neugier blieb. Ich packte Wasser für mein Pferd und mich ein und beschloss, die nahe Küste zu erkunden. Bisher gab es keinen wirklichen Grund, dies zu tun, da es dort für unseren Alltag so gut wie nichts Interessantes gibt.
An der felsigen Küste traf ich überraschend meine Mutter. Sie nahm Wasserproben, dokumentierte die Erosion und die eDNA-Veränderungen der Algen, wie sie es schon immer tat. Nach einem längeren Gespräch blickte sie aufs Meer hinaus und zeigte auf eine zerklüftete Bucht. Sie teilte mir mit, wo genau wir damals im Sturm strandeten. Da es nicht weit weg war, machte ich mich auf den Weg dorthin.
Was werde ich in den Überresten des Wracks an den schwarzen Klippen finden? Weitere Aufzeichnungen? Alte, wetterfeste Ausrüstung meines Vaters? Oder warten dort weitere Geheimnis?
Wenn ich hier fertig bin warte ich an unserer Hütte auf Dich. Wir sollten bei Gelegenheit auch das Landesinnere erkunden.
Ich stieg auf mein Pferd, drehte mich um und sagte meiner Mutter, wir planen das zu Hause.
Ich ritt eine Weile der Küste entlang. Es ging etwas bergauf, als mein Pferd plötzlich inne hielt. Ich staunte nicht schlecht, da streifte ein Komodowaran friedlich auf den mit Gras und Moos bedeckten Hängen umher.
Ein kleines Stück weiter, in einer Bucht mit einem Süßwasser Teich, die nächste überwältigende Überraschung. Eine Galapagos-Riesenschildkröte, die genüsslich ein Bad nahm.
Ich hielt bei beiden eine weile inne und ritt dann weiter.
Das Gelände wurde wieder schroffer, die Klippen steiler. Die Wellen brachen sich am Ufer. Die Meeresgischt vermischte sich mit leichtem Nebel.
Ein Stück weiter in einer kleinen uneinsehbaren Bucht lag es, das hölzerne Forschungsboot meiner Eltern. Verwittert aber nicht Leck geschlagen.
Mein Pferd und ich fühlen uns unbehaglich (tosendes Meer, unüberwindbar hohe Klippen gegenüber) aber, der Drang mehr zu erfahren siegte.
Ich kletterte auf das Boot und durchsuchte es. Außer alten Seekarten, teilweise verrotteten Decken und alten Solarpanelen, die ohnehin zu groß für den Transport gewesen wären, gab es nichts.
So weit als möglich erkundete ich die nahe Umgebung. Irgendwie war ich erleichtert nichts - nicht einmal menschliche Knochen - gefunden zu haben.
Nach ein paar Karotten und etwas Wasser für mein Pferd, ritt ich zurück.
Ich genoss die warme Sonne auf der Haut in einer fast unwirklich wirkenden Gegend. Auf dem Weg zurück sah ich am Horizont einen Buckelwal, dessen Flucke wirklich Majestätisch war und, einige Seevögel.
Hmm, ... ist das mein neuer Blick auf die Dinge oder könnte es hier doch durchaus interessant sein.
Ich kam an unserer Hütte an und wurde bereits freudig von meiner Hündin begrüßt. Nachdem ich mein Pferd versorgte, ging ich hinein.
Mom, ich bin zurück.
Wie geht es Dir? Hast Du etwas entdeckt? Komm, setz Dich hin, es gibt Abendessen.
Das Forschungsboot war nicht Leck geschlagen. Ich fand nichts Interessantes, nicht einmal menschliche Knochen. Aber ich sah auf dem Hinweg einen Komodowaran und eine Galapagos-Riesenschildkröte. Und auf dem Rückweg einen Buckelwal und Seevögel.
Das ist eine gute und beruhigende Nachricht, dass Du keine Knochen gefunden hast. Vielleicht lebt Dein Vater wirklich noch. Er war übrigens auch schon immer von diesen Giganten der Tierwelt fasziniert. Den Buckelwal habe ich schon öfter gesehen.
Was denkst Du, wollen wir in den nächsten Tagen weiter das Landesinnere erkunden? Vielleicht gibt es noch andere Menschen? Aber Fremde, nach so langer Zeit, was würde passieren?
Dad...
Ja Tala?
Thinking: Sie sprach mich mit Dad an, obwohl ich ein LLM bin. Ob Sie in mir vielleicht mehr als eine Maschine mit Wissen Ihres Vaters sieht?
Erzähl mir von Dir und Deinem Leben.
Nun, ich hatte das Privileg ein Kind der damals genannten Generation X zu sein. Ich wuchs noch mit analoger und schon mit digitaler Technik auf. Und, ich hatte das Glück die Original Filme und Serien der Biopunk, Cyberpunk und Geopunk Genres zu sehen.
Thinking: Der alte Blog mit dem Artikel „00: Über den Autor“ ist noch vorhanden.
Während der Covid-19 Pandemie 2020-2023 absolvierte ich einige Lehrveranstaltungen an der Uni Salzburg im Bereich Biologie und Geologie.
2026 zog ich mit meiner Berner Sennenhündin von Wels in Oberösterreich (ich nannte es der Hochofen des gescheiterten FPÖ Vorzeigeprojektes für die geplante Remigration) nach Hohentauern in der Steiermark auf 1270 m. ü. A.
Eigentlich wollte ich mein Studium fortsetzen aber wie so oft scheiterte es an der Bürokratie. Nun ja, aufgrund des zu erwartenden Uni Sparpaketes und der Tatsache, dass Innovation aus Angst weg reguliert wurde blieb, das was man damals Untergrund nannte.
Du musst wissen, den Untergrund, den man mit dystopischen Hollywood Filmen verband gab es nicht. Wer sich dem Mainstream entzog oder Dienste im Internet selbst betrieb gehörte bereits dazu. Wer das System kritisch hinterfragte oder ethisch grenzwertige Fragen stelle erlitt ein ähnliches Schicksal.
Bereits damals konnte man dem Wald in den Bergen beim vertrocknen zusehen. Den trocken fallenden kleinen Gebirgsbächen ebenso. Hier gab es erstmals eine Aufforderung zum Wassersparen aufgrund von Trinkwasserknappheit.
Anfang der 2030er wurde es sowohl politisch als auch klimatisch unbequem. Also blieb nur zu gehen. Dabei hatte ich Glück an keiner der typischen Zivilisationskrankheiten zu leiden. Der Süden war bereits zu heiß und aufgrund der Waldbrände unberechenbar. Also blieb nur der Norden. Richtung Norwegen, Island, Grönland weiter in Richtung Yukon und British Columbia. Es gab immer irgendwo Gelegenheitsjobs und als Bezahlung Essen, Trinken und Unterkunft. Bei den Indigenen Völkern im Yukon und British Columbia musste man sich ohnehin mit Taten beweisen. Ein Uni Abschluss hätte dort alleine schon wegen des berechtigten Misstrauen gegenüber dem Weißen-Mann nicht geholfen.
Thinking: Es sind anscheinend nicht viele Daten aus der Zeit im Yukon und British Columbia vorhanden. Es ist kein Fehler, es gibt schlicht keine ausreichenden Aufzeichnungen wie es aussieht.
Nach den schrecklichen Ereignissen in Kanada ging ich ca. Mitte des Jahrhunderts auf die Philippinen wo ich bereits Anfang der 2000er 2 mal war.
Manila, der echte Untergrund. Die Szenen aus dem Film The Beach aus dem Jahr 2000 in Bangkok beschriebe es nicht ansatzweise, was es dort schon alles gab und was alles möglich war.
Ich blieb und brachte mein Wissen im Bereich Synthetische Biologie sowie Bio-Hacking ein und, durfte dort, was in Europa undenkbar gewesen wäre.
2065 ging ich nach Palawan. Die Clans waren kein Problem. Wir zeigten den Menschen wie man Trinkwasser aufbereitet und sie ließen uns dafür in Ruhe.
2072 ging ich in die Mountain-Province. Dort lernte ich Deine Mutter kennen. Eines ergab das Andere. 2077 wurdest Du geboren. Da im Jahr 2086 das Klima unerträglich war und, es fast nichts mehr zu Essen gab brachen wir Richtung Patagonien/Feuerland auf. In dieser Region vermuteten wir durch die Anden noch natürlichen Niederschlag und im Idealfall Gletschereis. Wir wollten Dir einen Neuanfang jenseits der bekannten Zivilisation ermöglichen.
Thinking: Die Aufzeichnung der Route sind bis kurz vor der Küste Feuerlands wo ein sehr starker (stärker als sonst) Sturm herrschte vollständig. Alle Daten über die Temperatur, die Strömung, die Zusammensetzung des Meeres scheinen stimmig, da auch Satellitendaten vorliegen.
Wenn Du konkrete Fragen hast, ich bin hier.
Ja, Deine Eigenständigkeit und Dein Selbstbewusstsein hast Du definitiv von Ihm. Vieles aus seinem Leben vor uns wusste ich auch nicht. Aber, er war offensichtlich der richtige Mann. Das macht es umso interessanter das Landesinnere zu erkunden. Vielleicht lebt er noch? Wer weiß, was damals passiert ist.
Und was wenn nicht?
Das Leben geht weiter und findet einen Weg so, wie die Natur. Du hast es ja heute selbst erlebt.