Das Archaikum oder als Steine anfingen zu atmen.
Auf unserer kosmischen Uhr ist es jetzt 09:54 Uhr. Die Hölle des Hadaikums flaut langsam ab. Die Erde tritt in ein gigantisches, neues Zeitalter ein: Das Archaikum (vor ca. 4,0 bis 2,5 Milliarden Jahren). Der Name kommt vom griechischen Wort archaios, was so viel wie „uralt“ oder „Beginn“ bedeutet.
Die Erdkruste ist mittlerweile so weit abgekühlt, dass sie nicht mehr im Minutentakt aufreißt. Das flüssige Wasser hat sich in den Senken gesammelt. Doch dieser Ur-Ozean sieht immer noch nicht einladend aus. Es ist eine saure, kochend heiße, giftgrüne Brühe, die bis zum Rand vollgepumpt ist mit gelöstem Eisen. Der Himmel darüber? Immer noch orange-rot vor lauter Kohlendioxid CO2 und Methan CH4. Und genau in dieser giftigen Suppe passiert das größte Wunder der Erdgeschichte. Es entwickelt sich Schleim oder, genauer gesagt Bakterienmatten. Irgendwo in den flachen Küstenbereichen des Ur-Ozeans haben sich die ersten winzigen, einzelligen Organismen zusammengetan: Die Cyanobakterien (früher fälschlicherweise Blaualgen genannt).
Einzeln sind diese Mikroben unbedeutend, aber sie hatten eine Überlebensstrategie: Sie bauten Megacitys aus Schleim. Diese Bakterien lebten in riesigen Kolonien auf dem Meeresboden. Wenn die Flut Sand und Sedimente über sie spülte, sonderten sie einen klebrigen Schleim ab, hielten die Sedimentkörner fest und wuchsen einfach eine Etage weiter nach oben, um wieder ans Licht zu kommen. Schicht für Schicht, Jahrtausend für Jahrtausend. Das Ergebnis sind Stromatolithen (griechisch für Schichtgestein). Das sind knollenartige, pilzförmige Steinstrukturen. Wenn man sie heute aufschneidet, sehen sie aus wie versteinerte Baumringe.
Das Faszinierendste an den Stromatolithen? Sie sind keine theoretischen Konstrukte, sie sind immer noch da. Wenn man heute nach Westaustralien in die Shark Bay (Hamelin Pool) reist, steht man vor einer bizarren Landschaft, die exakt so aussieht wie die Erde vor 3 Milliarden Jahren. Weil das Wasser dort extrem salzig ist, gibt es keine Schnecken oder andere gefräßige Tiere, die die Bakterienmatten wegfressen könnten. Dort stehen diese lebenden Steine im flachen Wasser und betreiben seelenruhig das älteste Handwerk der Biologie: Fotosynthese.
Das Unheil nahm seinen Lauf.
Die Cyanobakterien im Archaikum knackten den ultimativen Jackpot der Evolution. Sie nutzten das reichlich vorhandene Sonnenlicht und das Wasser H2O, um daraus Energie (Zucker) zu gewinnen. Das war die Geburtsstunde der oxygenen Fotosynthese. Das Problem an der Sache: Bei diesem chemischen Prozess entsteht ein Abfallprodukt. Ein extrem aggressives, reaktives Gas, das für fast alle damaligen Lebensformen ein tödliches Gift war: Sauerstoff O2.
Noch passierte in der Atmosphäre nichts, denn der Ozean war – wie wir wissen – randvoll mit gelöstem Eisen. Genauer gesagt mit zweiwertigem Eisen Fe2+. Sobald ein Bakterium ein Molekül O2 ausspuckte, schnappte sich das Eisen im Wasser diesen Sauerstoff und oxidierte. Und nein, selbst dieses bekannte Mittel mit dem Rust Programmierer oft geärgert werden hätte nichts daran geändert. Dadurch entstanden unlösliche Eisenoxide (Fe2O3 und Fe3O4), die auf den Meeresboden sanken. Diese gigantischen Ablagerungen nennen wir heute Bändereisenerze (Banded Iron Formations). Diese Bänder sind Millimeter bis Zentimeter dick und bestehen aus abwechselnden (was eben gerade da war) Schichten dieser Eisenoxide und Kieselsäure SiO2 die ebenfalls in den Ur-Ozeanen gelöst war. An dieser Stelle sei kurz erwähnt, Kieselsäure (Chert) entstand damals rein chemisch. In späteren Erdzeitaltern bis heute rein biologisch. Diese Bändereisenerze sind dunkler und eben in Schichten aufgebaut und nicht mit dem roten Sandstein der Berge zu verwechseln. Außerdem sind sie die Grundlage für unseren Stahl.
Aber dieser eiserne Puffer war endlich. Die Cyanobakterien produzierten unaufhörlich weiter Sauerstoff. Sie schufteten über eine Milliarde Jahre lang an ihrem eigenen Untergang und bereiteten die Bühne für die größte Katastrophe der Erdgeschichte vor, die unsere kosmische Uhr um exakt 13:50 Uhr anzeigen wird.
Das Vivobook lief im Energiesparmodus, Rechenzeit 19m 13s. Nachfolgend der verwendete Befehl.
./bin/sd-cli -m ./models/juggernautXL_ragnarok.safetensors -p "A breathtaking, cinematic daytime shot of the Archean eon on primeval Earth. In the foreground, large, rounded, ancient stromatolite formations emerge from a shallow, crystal-clear turquoise volcanic ocean. The sun, appearing slightly larger and dimmer, cuts through a thick, hazy greenish-orange atmosphere, casting dramatic god-rays across the water's surface. In the background, rugged, barren volcanic islands with dark basalt rocks and steaming geothermal vents rise from the sea. Distant, active volcanoes gently release plumes of white steam into the sky. No plants, no trees, no animals. Pure primordial nature, hyper-realistic, photorealistic water ripples, highly detailed rock textures, atmospheric depth, octane render, 8k resolution, Juggernaut XL Ragnarok style." -n "humans, animals, fish, green grass, trees, modern plants, coral reefs, ships, buildings, clear blue sky, fantasy colors, drawing, painting, low quality, blurry" --sampling-method dpm++2m --steps 40 --cfg-scale 7.5 --width 1344 --height 768 --vae-on-cpu